Hansa - St. Pauli
 
     
 
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Business as usual

Heute war es (leider) mal wieder so weit, im Ostseestadion gastierte der FC St. Pauli. In der Presse war teilweise von "Hass-Duell" zu lesen. Da dürfte im Nachhinein so manches Wurstblatt enttäuscht ihre Montagsausgabe veröffentlicht haben. Passiert ist nämlich quasi nix. Sicherlich lockt das Spiel immer noch den ein oder anderen Neandertaler aus der Höhle hervor, aber für den Großteil der Zuschauer scheint es sich langsam im Bereich der Kategorie "Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen!" einzupendeln.

Fangen wir mal beim Gästeklo äh Gästeblock an. Pauli konnte nicht mal genug Fans mobilisieren, um den Block komplett zu füllen. So wurde dann auch ein ziemlich bockloser Auftritt hingelegt, der für den dennoch gut gefüllten Gästeblock akustisch und optisch mehr als enttäuschend war. Absolute Krönung war ja noch das Intro zum Anpfiff. Da wird sich minutenlang unter der Schwenkfahne umgezogen und eigentlich stellt man sich nur die Frage, wie Groß die Pyroshow wird und dann das...Im Block verteilt mehrere kleine Feuerchen, die so schnell wieder aus waren, dass die kurze Zeit nicht mal ausreichte, um das Smartphone aus der Hosentasche zu ziehen und die Aktion zu fotografieren. Langweilig. Der krampfhafte Versuch, nach dem Abpfiff die Süd durch Beschuss mit Pyrotechnik aus der Reserve zu locken, scheiterte zum Glück.
Allgemein schien man sich auf der Süd, zumindest was den Support und das Drumherum angeht, zum Glück sowieso weniger als in den vergangenen Jahren mit dem Stadtteilverein zu beschäftigen. Ganz ohne Provokationsversuch ging’s dann aber doch nicht. Zwei Spruchbänder arbeiteten sich am Thema Gendern ab. Wen interessiert das denn? Sind wir hier bei Twitter? Naja sagt auch viel über die vermeintliche Brisanz aus, wenn das das einzige Thema ist. Stimmungstechnisch konnte man heute auch keine Glanzlichter setzen. Dafür sah die Blockfahne zum Anpfiff sehr schick aus!

So gab, zugegeben etwas ungewohnt, Block 9A heute den Takt im Stadion vor. Lautstärke und Mitmachquote waren überzeugend und aufgrund des Standortvorteils wurden auch die übrigen Tribünen sehr gut einbezogen. Dieses Manko hat die Süd leider nicht erst seit gestern und ist einfach der räumlichen Distanz zum Großteil der Hansafans geschuldet. Da hat es Block 9A einfacher den Rest in ihren Support mit einzubeziehen und das klappte heute, auch aufgrund der Leistung auf dem Rasen, sehr gut. Mitte der zweiten Halbzeit wurde von Block 9A zudem die Fahne des polnischen St. Pauli Fanclubs Pomerania Crew präsentiert. Unterlegt wurde die Aktion mit einem Spruchband "Ob in Deutschland oder Polen, wir werden euch stets den Arsch versohlen!". Dafür bekommt man zwar auch keinen Pulitzerpreis, kann man aber mal machen ;)

Auf dem Rasen gaben sich die Gäste die größte Mühe, die Stimmung auf den Rängen nicht unnötig aufzuheizen. Quasi kampf- und emotionslos ließ sich der Stadtteilverein in Halbzeit 1 von einem engagiert auftretendem und spielerisch überzeugenden FC Hansa überfahren. Selbst der in den letzten Spielen zurecht kritisierte Verhoek meldete sich eindrucksvoll zurück und sorgte sogar für das erste Fallrückziehertor im Ostseestadion seit gefühlt einer Dekade. Zur Halbzeit hätte die Führung dann auch höher ausfallen können bzw. müssen. Vor einigen Jahren hätte sich das sicherlich gerecht, doch dieses Mal spielte der FCH die Sache routiniert über die Zeit.

Spielerisch dürfen solche Auftritte gerne zur neuen Gewohnheit werden.
 
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