Münster - Hansa
 
     
 


Was für eine Tour, aber fangen wir mal ganz von vorne an. Durch eine gute Urlaubsplanung konnte ich mal wieder aus dem schönen Osten fahren und so ging es per Sonderzug ins Münsterland. Freitag Mittag traf ich mich mit meinem Mitfahrer und so ließen wir die peniblen Kontrollen der Uniformierten über uns ergehen. Arschgrabscher inklusive. Die Hinfahrt war relativ ereignislos und man verbrachte die Zeit mit Gesprächen über Gott und die Welt.
In Münster wurde man auch schon von einem erhöhten Polizeiaufgebot empfangen, aber es ging ruhig in den bereit gestellten Shuttle-Bussen zum Stadion. Die Vorfreude stieg immer weiter, da es in ein schönes Stadion ging und eines der Highlightspiele der Saison vor mir stand. Im Stadion begrüßte man die bekannten Gesichter aus dem Westen und wartete auf den Spielbeginn. Zu Beginn wurde der Himmel etwas erleuchtet und das von beiden Seiten. Auf Rostocker Seite wurde das mit Schwenkern und auf Münsteraner mit einer kleinen Choreo untermalt. Der Support auf unserer Seite war von Anbeginn, für einen Gästeblock ohne Dach, sehr laut. Von den Münsteranern war nicht viel zu Vernehmen und man sah fast nur schwenkende Fahnen. Auf dem Platz gaben unsere Jungs auch den Ton an und man merkte das wieder gefundene Selbstvertrauen. In der 25. Minute konnte Grupe den Ball nach einer Ecke über die Linie buxieren. Der Block tobte und die Mannschaft schaukelte die Führung sicher in die Pause. Nach der Halbzeit kamen die Hausherren besser aus der Kabine und spielten stark auf. In der 77. Minute konnte Preußen Ausgleichen. Nun erfolgte ein Knick in der Stimmung und nun begann das Zittern. Münster hätte auch noch erhöhen können, aber Brinkies konnte nun auch mal glänzen. Die Mannschaft zeigte Courage und griff wieder an. Haas konnte so in der 84. einnetzen. Ein wenig Pyro erhellte noch einmal den Himmel und trotz einer ewigen Nachspielzeit konnten wir gewinnen. Der Sieg wurde nun mit der Mannschaft gefeiert und es ging zurück zum Bahnhof.
Als alle in den Zug stiegen, kam die erste Ernüchterung des Abends. Von fast allen wurden Sachen zurück gelassen, die sie im Zug deponiert hatten. Es reichte von leeren Pfandflaschen über Essen bis hin zu ganzen Rucksäcken. Als dann Anzeigen aufgegeben werden sollten, zog die Polizei einen Hanseaten unvermittelt raus und nun kippte die Stimmung komplett. Nach einer kurzen Diskussion gab es von Seiten der Uniformierten nur noch Schläge, Tritte und Pfeffer. Die Lage beruhigte sich ein wenig und man wurde in den Zug gebeten und fuhr verspätet ab. Während einige den Sieg auf der Tour doch noch feiern konnten, schliefen die meisten anderen den Schlaf der "Gerechten". Nach einigen Schlachtrufen für gemischtes Hackfleisch und den besten Liedern der 90er erreichten wir müde aber doch relativ glücklich den Heimathafen.

Vielen Dank an meine Begleitung
der Exilant

 
|