Darmstadt - Hansa
 
     
 

Samstag früh, das Auto in Köln abgestellt und dann dann ab zum Bahnhof. Das Ziel des heutigen Tages lautete Darmstadt und der Tag sollte allen noch länger im Gedächtnis bleiben.
Gegen acht ging es los und bei einigen waren die Spuren des Abends und der Nacht nicht zu übersehen. So dominierte bei einigen auch der völlig überflüssige Suff für die Hintour. So machte einer unserer Recken, direkt am Bahnsteig, auf dem Mainzer Bahnhof, ein kleines Nickerchen, was bei allen Anwesenden verwunderte Blicke auslöste. Darmstadt wurde ohne weitere Vorkommnisse erreicht. Man wurde sofort am Bahnhof eingekesselt und durfte nicht mehr zu den Schließfächern. Nach den ersten Schubsern und Händen am Pfeffer bewegte man sich zu den Shuttlebussen, die uns zum Stadion brachten. Dort konnten dann die Sachen abgegeben werden und man stellte sich bei ganz gutem Wetter in dieses herrliche, alte Stadion.
Die circa 800 mitgereisten Rostocker machten auch zum Anfang gute Stimmung und Darmstadt war kaum zu vernehmen. Jedoch kam es wieder wie in der letzten Saison zu Durchsagen, dass die Fluchttore nicht mit Bannern verhängt werden dürfen. Als dann die Polizei schon im Innenraum aufzog, begaben sich mehrere Hanseaten an den Zaun und zeigten Präsenz. So verkniff man sich von Staatsseiten erst einmal den Zugriff, um nicht, wie auf Schalke, in die mediale Kritik zu kommen. Zum Spiel sage ich nichts weiter. Nur man kann verlieren aber nicht so. So wurde der Zaun nach dem 4 zu 0 abgeflaggt und der Support eingestellt. Die Spieler stellten sich noch der Meute am Zaun und wirkte zu locker und gut drauf. Ein kleiner Knackpunkt war jedoch auch wieder das brennende Dixi, was wieder vollkommen sinnlos war.
Die Reisegruppe sammelte sich hinter dem Block und wollte in Richtung der Shuttelbusse gehen, als es eine kurze Schubserei und massiven Einsatz von Pfefferspray seitens der Polizei gab. Der Auslöser war der Unwillen der Beamten, die Fans ihrer Wege zu den Transportern und Autos ziehen zu lassen. Die Antwort waren fliegende Stöcke und Erde in Richtung der Beamten. Diese gingen mit äußerster Brutalität vor, schlugen und traten auf am Boden liegende, ungeschütze Personen ein. Einige wurden regelrecht in Pfefferspray geduscht. Nachdem es sich einigermaßen beruhigt hatte, stand man im Kessel und die Schweinchen grinsten sich hinter ihren Sturmhauben eins. Nun kam die Reiterstaffel durch den Wald und trieb uns aus diesem. So wurde keine Rücksicht auf Personen wie auf die Tiere genommen. Nachdem es noch zu einigen Rennereien kam, wurde auf die letzten Gefangenen gewartet und dann ging es zur S-Bahn. Am Bahnhof gab es dann das leidige Spiel, dass man Freund und Helfer erst einmal erklären musste, dass man nicht nach Rostock muss. Die Rückfahrt war auch relativ ereignislos, da alle erst einmal die Eindrücke der letzten Stunden verdauen mussten. Wieder in Köln, wurde ich dann mit einem Bier am Bahnhof empfangen und verbrachte die Nacht noch dort.
Freitag alle nach Duisburg und der Mannschaft den Rückhalt geben!
Der Exilant

P.S. Wenn ihr Videoaufnahmen von dem unverhältnismäßigen Einschreiten der berliner und hessischen Beamten habt, dann wendet euch auf persönlichem Weg an das Fanprojekt oder die Blau Weiß Rote Hilfe.
 
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