Hansa - Darmstadt
 
     
 

Im Ostseestadion nichts Neues! Heute konnte man zum Nachholspiel vom 25. Spieltag die abstiegsbedrohten Darmstädter im Ostseestadion begrüßen, die durch einen 1:0 Sieg gegen Aufstiegsaspirant Osnabrück wohl etwas Rückenwind haben dürften. Ja, auch wir sind wohl mit nur 6 Punkten Abstand zum Relegationsplatz abstiegsbedroht. Ein Sieg war also Pflicht und 6 Punkte mussten her! Insgesamt fanden 7.400 Zuschauer bei Sonnenschein und einer Temperatur um den Gefrierpunkt den Weg in die Kopernikusstraße, darunter eine Busladung Darmstädter, die fast so viele Banner hängen hatten, wie Leute im Gästeblock waren. Im Vorfeld musste durch einen Arbeitseinsatz von freiwilligen Hansafans, dass Spielfeld und Stadionumfeld schneefrei geschaufelt werden, da in der Woche ein heftiger Wintereinbruch über Rostock wütete. Immerhin konnte dabei auch die Rasenheizung unterstützen. Auch ein „Spezialteam“ war für das Stadiondach zuständig, jedoch wurde die Arbeit wohl nicht gründlich gemacht, da von dem Dach der Osttribüne einige Schneemassen noch herunter fielen und die Sicherheitskräfte die Zuschauer während des Spiels noch um platzierten. Wir schreiben im übrigen den 23.03.2013! Der Frühling hatte eigentlich auch schon kalendarisch gestartet. Für diejenigen, die sich nach dem Spiel noch nicht nach Hause begeben wollten, eröffnete heute auch der Weihnachtsmarkt 2.0 zum genüsslichen Glühwein Umtrunk! In den ersten Minuten des Spiels konnte man schon erahnen, dass es auch heute wieder kein fussballerischer Leckerbissen werden wird. Das Spiel startete mit Fehlpässen, unnötigen Ballverlusten und meines Erachtens einer unselbstbewussten Körpersprache unserer Jungs. Die sogenannten Lilien hatten sich dann auch in der 1. Halbzeit eine leichte überlegenheit erarbeitet, da sie sich immerhin ein paar schöne Chancen herausspielen konnten und das Spiel eher in Hansas Spielhälfte stattfand. In der 2. Hälfte relativierte sich der leichte, spielerische Vorteil der Darmstädter. Hansa konnte nun auch mal gefährlich vor Darmstadts Tor agieren. Ausgehend von einem Eckball köpfte Ken Leemans nur knapp über die Latte. Auch durch spielerische Akzente konnte sich Hansa nun in Szene setzen. Der eingewechselte Michael Blum wird auf der linken Seite schön von Leemans in den Lauf geschickt, der dann maßgeschneidert auf Tom Weilandt zur Direktabnahme flankte. Der Ball ging dann jedoch an den Pfosten vorbei. Das waren dann aber leider auch die einzigen Lichtblicke in Hansas Offensivspiel. Es blieb beim leistungsgerechten 0:0. Wieder einmal! Die Fehlpassquote war im gesamten Spiel erschreckend hoch, wobei Leihspieler Nico Zimmermann wohl den größten Anteil hatte. Anspielstationen nach vorne hin waren Mangelware. Der einfache Ball „an der Linie lang“ wurde so gut wie gar nicht gespielt. Alexandre Mendys verzweifelte Solovorstöße sind symptomatisch für Hansas ideenloses Offensivspiel. Auch unser Torwart Johannes Brinkies strahlte wieder wenig Sicherheit aus. Entweder glitschte ihm der Ball bei einfachen Bällen aus den Händen oder er schlug einfach mal einen „Querschläger“ über den Platz. Er erinnerte mich ein wenig an den sogenannten „Fliegenfänger“ Jens Kunath aus den frühen 90er Jahren. Einzig und allein Ken Leemans wurde heute den Anforderungen gerecht. Das Trauerspiel setzte sich nun also fort! „Im Ostseestadion nichts Neues“ könnte man titulieren. Die Stimmung im Stadion hatte sich dem schlechten Spiel Hansas auch angepasst. Die Südtribüne nun wieder etwas besser gefüllt, als zuletzt gegen Stuttgart 2, hatte bei den „Klatschgesängen“ meistens eine schwache „Mitmachquote“. Nach der Halbzeitpause füllte sich die Südtribüne eher schleppend und die meisten waren deutlich verspätet auf ihren Plätzen. Ein lustvoller, spielstandunabhängiger Dauersupport sieht anders aus. Es war wieder einmal ein Spiel, wo man sich sehr bemühen müsste es in Erinnerung zu behalten. Mit Fussball hatte das heute wieder wenig zu tun. Es geht gerade in allen Belangen des Vereins um die Existenz. Das wird allein durch einen Stadionbesuch immer wieder deutlich. Die heute entfachten Emotionen sind in Bezug auf Hansa Rostock eher negativ geprägt worden. Der FCH ist wahrlich kein Zuschauermagnet mehr! Ich habe Respekt vor den Leuten, die heute trotz Internet Live übertragung des NDR im Ostseestadion waren. In diesen Tagen fällt es sehr schwer an eine bessere Hansazeit zu glauben. Durchhalteparolen sind überbewertet!
 
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